Wenn Worte fehlen

Die Welt wird immer komplizierter und anonymer. Kommunikation findet oft nur noch per Computer und Handy statt oder wird durch den Fernseher verhindert. Dabei entstehen oft Mißverständnisse, Fehlinterpretationen oder Trugschlüsse. Die zur Folge haben, daß Menschen Schwierigkeiten haben, Situationen einzuschätzen und entsprechend zu reagieren.

Viele Menschen, gerade auch Kinder, haben keinen Kontakt zu ihren Gefühlen mehr und können ihre Probleme nicht ausdrücken. Sie merken einen Mißstand, wissen aber nicht, wie sie sich dazu äußern können. Sie reagieren oft mit Aggression, Wutanfällen und sehen keinen Sinn mehr. Oder sie haben sich in sich zurückgezogen, weil sie verletzt worden sind und sie niemanden gefunden haben, der ihnen zuhört.

Hier setzt mein begleitendes Coaching ein:
Ich höre gern zu und nehme mir Zeit dafür. Meiner Erfahrung nach ist es neben dem aktiven Zuhören auch eine große Hilfe, kunsttherapeutische Interventionen einzusetzen. Das Malen ist eine Handlung, die meist nicht negativ belegt ist – höchstens, wenn der Kunstlehrer in der Schule die Freude am Gestalten nicht vermitteln konnte – und sehr intuitiv erfolgen kann. Es herrscht kein Leistungsdruck, weil ausser dem Klienten und mir keiner die Bilder zu sehen bekommt. Das bringt Freiheit und wenn der Klient sich darauf einlassen kann, dann entstehen Bilder, die aus dem Inneren kommen und uns beide erstaunen. Wir erreichen dann praktisch über einen Umweg die Emotionen, weil das Bild als Stellvertreter dient, den der Klient viel eher mit Worten beschreiben kann und ihm einen neuen Zugang zum Inneren zu ermöglichen.

Hier liegt mir besonders am Herzen, Menschen, denen die Worte fehlen, behutsam auf dem Weg in ihr Inneres zu begleiten.

 

Was bedeutet das: Wenn Worte fehlen?
Unsere Erinnerungen sind oft weit im Gedächtnis vergraben. Vielleicht, weil sie zu schmerzhaft für uns sind, vielleicht aber auch, weil sie lange her sind. Diese Erinnerungen sind manchmal wichtig, um sich selber besser zu verstehen, unsere heutigen Entscheidungen zu begreifen und uns die Möglichkeit zu geben, sie in den Prozess der Problembewältigung einzubeziehen. Was mache ich, wenn ein Mensch zum Coaching kommt, weil er mit seiner Lebenssituation nicht zufrieden ist, aber nicht erklären kann, wie sein Ziel aussieht? Und keinen Kontakt zu einen inneren Gedanken aufnehmen kann? Dann kann ich durch gezielte Interventionen mit kunsttherapeutischen Mitteln Gedanken wieder zum Vorschein locken, die sich lange versteckt haben. Und der Klient wird sich wieder bewußt, was in ihm vorgeht.

Besonders gut kann ich das an Kindern beobachten. Wenn Kindern sich weigern, über Situationen zu reden, sich in sich selbst zurückziehen oder lieber das Thema wechseln, kann die Beschäftigung mit Farben und Pinseln Blockaden abbauen. Die Kinder merken dann oft gar nicht, das sie langsam anfangen zu reden, weil sie ja das Bild beschreiben und nicht das Problem.

Dann ist es für mich wichtig, daß in mich gesetzte Vertrauen nicht zu mißbrauchen, sondern ganz vorsichtig damit umzugehen. Es ist eine große Ehre, wenn Menschen sich mir gegenüber öffnen und mir dabei ihr Innerstes offenbaren. Das bedeutet mir sehr viel und ich bin mir sehr bewußt, welche Verantwortung ich damit übernehme.